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Gestüt

AL QUSAR ARABIANS – Wir züchten klassische Araber, rein ägyptischer Abstammung

Klassische Araber sind heute überall auf der Welt zuhause. Doch um in der Pferdezucht neue Akzente setzen zu können, muss man zurück zu den Wurzeln der Zucht gehen und – das Bild des edlen arabischen Pferdes vor Augen – ein Konzept erarbeiten, das die gewünschten arabischen Merkmale und Qualitäten durch Linienzucht konsolidiert und ihre Wiederholbarkeit in der Zucht kalkulierbar macht. Seit fast 20 Jahren haben wir eine Vision und folgen einem Zuchtziel Zuchtkonzept??, das sich als Erfolgsrezept herausgestellt hat und langsam aufgeht.
Als ich sechs Jahre alt war, durfte ich zu Hause auf der Kuh reiten, mit acht Jahren hatte ich meinen Vater endlich überredet, mir ein Pony zu kaufen, dann kamen die Warmblüter und die Shagya Araber, bei den Vollblut Arabern angekommen dachte ich, ich hätte mein Ziel erreicht, doch heute sehe ich, dass es erst der Anfang war, der Anfang einer Leidenschaft, die ich mir noch lange erhalten möchte”, sagt Robert Schlereth heute rückblickend. Er ist, zusammen mit Volker Wettengl, Besitzer, Manager, Züchter, Schautrainer, Stall- und Futtermeister von AL QUSAR, dem Arabergestüt und Training Center in der Lüneburger Heide, im Norden Deutschlands. Hier, nicht weit von Hamburg, werden seit Generationen Araber mit Welterfolg gezüchtet und trainiert.
Auch Volker Wettengl wollte sein Hobby zum Beruf machen und tauschte seinen Traumjob auf einem Kreuzfahrtschiff in der Karibik mit der Arbeit an Land mit Hengsten, Stuten und Fohlen in Deutschland. Heute, nach langer Aufbauarbeit an den drei Säulen des Gestüts, dem Trainingszentrum mit unzählig vielen Schauvorführungen und Trainingseinheiten, der Deckstation und der Linienzucht rein ägyptischer Araber, können sie auf eine Reihe internationaler und nationaler Erfolge zurückblicken.

Die Zucht

Wer Erfolg haben will, muss seinem Zuchtkonzept treu bleiben…”, ist Roberts Philosophie. Dass er damit Recht hat, ist an der Nachzucht in aller Welt zu sehen, die das Logo AL QUSAR in ihrem Namen führt. Heute präsentieren sie teils in 3. und 4. Generation das Zuchtziel von Al Qusar: edle, rein ägyptische Araber mit menschenbezogenem und intelligentem Charakter, Ruhe und Gelassenheit. Die Pferde beeindrucken durch ihren arabischem Typ in Schauqualität und haben gleichzeitig einen korrekten Körperbau mit maximaler Funktionalität für alle Bereiche der Nutzung arabischer Pferde. Und er fügt hinzu: “Nicht durch Investitionen, sondern durch Zuchtstrategie und harte Arbeit mit den Pferden, konnten wir unsere Visionen umsetzen, nachdem wir am Anfang eine Gruppe erlesener Stammstuten erwerben konnten. Dabei war es entscheidend, dass wir nicht gleich das erste eigene gute Fohlen für gutes Geld verkauft haben, denn auch wenn uns das für einen Moment geholfen hätte, so wären wir auf diese Weise nie dazu gekommen zu erfahren, ob unser Zuchtkonzept richtig ist.
Volker Wettengl sagt dazu: “Wir können das Rad der Zeit nicht zurückdrehen, den originalen Araber aus der Wüste des Nejd gibt es nicht mehr, doch in den Pedigrees unserer Stuten finden sich noch genau diese Vorfahren. Wir versuchen, durch Selektion ein arabisches Pferd zu züchten, das in erster Linie klassische Schönheit und den arabischen Charakter repräsentiert, der es möglich machte, dass diese Pferde eine so intensive Beziehung zum Menschen aufbauen konnten, denn besonders im Training sind wir darauf angewiesen, dass das Pferd uns zugewandt ist und fähig ist, Vertrauen aufzubauen und zu kooperieren. Ein Araber, der in erster Linie seinem Fluchtinstinkt folgt, wird seine Schönheit und seinen Adel auf Schauen nicht entfalten können, da haben wir dann schlechte Karten…
Dabei hatte alles mit Teymur B angefangen. Dieser rein ägyptische Hengst, aus dem Dahman Shahwan strain abstammend, kam vor 8 Jahren aus dem ungarischen Staatsgestüt Babolna. Auf der Suche nach idealen Stuten für ihn wurden drei Ansata-Stuten gepachtet oder gekauft, denn anfänglich sollte der Ansata Halim Shah-Aspekt im Pedigree verstärkt werden. Es kamen neue Erfahrungen hinzu. Robert Schlereth war seit 1989 als Vorführer der Araber und Shagya-Araber auf den Schauen des Staatsgestüts tätig und hatte über Jahre hinweg die Gelegenheit, in Babolna die Nachzucht der wertvollen alten ägyptischen Stuten zu bewundern. Sie stammten meist noch aus den Importen von Dr. Nagel aus El Zahraa, dem ägyptischen Staatsgestüt in Kairo. So gewann bei AL QUSAR immer mehr die Tamria-Linie aus der Dahman Shahwan-Familie Bedeutung. Doch auch die Obayan-Familie, vertreten durch die Nachzucht der Hanan, und die Siglawy-Familie, die zurück ging auf die berühmte Mahiba aus der Moniet el Nefous-Linie aus Kairo, eine der Stammstuten im Katharinenhof, bildeten einen Stutenstamm, der durch seine Nachzucht bei Al Qusar seine Qualitäten unter Beweis stellte.
Es folgten einerseits Töchter aus der Nachzucht von Ansata Ibn Halima, wie KP Bint Mohssen (Mohssen von Ansata Ibn Halima) und Bagdady von Ansata Halim Shah, ebenfalls ein Sohn von Ansata Ibn Halima, Ansata Queen Nefr – Ansata Halim Shah, als auch die Verstärkung der Babolnaer Linien durch den Hengsteinfluss von Ibn Galal, Galal und Ghalion, dem aus Kairo nach Babolna importierten Morafic-Sohn.
Auch Assad, der Vater von Teymur B, kam aus Babolna und stand bald im Gestüt Al Qusar auf der Deckstation.
Er hatte nicht nur Ansata Halim Shah als Vater, sondern besonders auch seine Mutter Arussa, die Vollschwester zu Jamil, und wie er selbst aus der Zucht von Dr. Nagel, komplettierte das Zuchtkonzept und konnte erwünschte Aspekte wie arabische Ausstrahlung, Typ und Adel bei der Nachzucht konsolidieren.
Heute sind im Gestüt besonders zwei Stutenfamilien vertreten: Die Stuten aus der Siglawi Jedran Ibn Sudan-Familie stellen zahlenmäßig den größten Teil der Zuchtstuten dar. Sie werden ergänzt durch die Stuten der Dahman Shahwan-Familie. Diese gehen alle auf Ali Pashas Lieblingsstute El Dahma zurück, sowohl über Farida als auch über die Sabah-Linie.

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